
Ein Logistikzentrum ist viel mehr als nur ein Lager für Waren. Von hier aus wird über ein effizientes Logistikmanagement der gesamte Warenfluss der zugehörigen Filialen gesteuert. Pünktlichkeit und Frische haben für unseren Auftraggeber oberste Priorität. Wenn die LKW die insgesamt 77 Laderampen für den Warenein- und -ausgang ansteuern, gleicht das Gelände einer geordneten Ameisenstraße. Verzögerungen in der Lieferkette sind auszuschließen – auch dann, wenn eine Sanierung erforderlich ist. Wir kennen Herausforderungen dieser Art. Das Takten der Bauabschnitte gehörte zu unseren zentralen Aufgaben während der Sanierungsausführung.
Immense Schäden durch Karbonatisierungs– und Lochfraßkorrosion

Ein Schaden im Stahl-Beton-Verbund kündigt sich u.a. über unterschiedlich sichtbare Merkmale an. Im Bereich der Problemzone – hier an den Sockelflächen der 77 Laderampen – waren Risse, Betonabplatzungen sowie freiliegende, korrodierte Bewehrung zu erkennen. Der Bauherr holte uns aus diesen Gründen als Sachkundige Planer mit an Bord. Durch die nach Norm durchgeführten Untersuchungen erfolgte der Nachweis, dass die Schutzwirkung des Betons gegen Korrosion der Bewehrung wegen sogenannter fortgeschrittener Karbonatisierung stark reduziert war. Begünstigt wurde dieser Prozess durch eine viel zu geringe Betondeckung über der Bewehrung. Der Sprengdruck der sich voluminös ausbreitenden korrodierenden Bewehrung führte zu deutlich erkennbaren Abplatzungen des Betons. Zusätzlich nahmen wir einen anderen möglichen Schädigungsprozess unter die Lupe. Es geht um durch Tausalze verursachte Lochfraßkorrosion. Dieser chemische Angriff auf den Bewehrungsstahl erfolgt punktuell wie das Foto von einem der Bewehrungselemente im Sockelbereich weiter unten veranschaulicht. Die trogförmig, wie Narben sich ausweitenden Löcher können den Stahl komplett zerstören und damit auch seine Tragfunktion. Ein Versagen des Bauteils könnte die Folge sein. Von außen ist dieser Schädigungsprozess zu keiner Zeit erkennbar, das ist das Heimtückische an diesem Schaden.

Mit unserem Instandsetzungskonzept verfolgten wir zwei wichtige Ziele: Erstens die Wiederherstellung der Standsicherheit durch das Entfernen der geschädigten und Ergänzen von zusätzlicher Bewehrung. Zweitens die Wiederherstellung der Schutzfunktion des Betons mit einer zusätzlichen Oberflächenbeschichtung, um die Dauerhaftigkeit des Bauteils zu erhöhen. Hinter diesen kurzen Sätzen stehen zahlreiche Arbeitsschritte, die wir planten und vor Ort überwachten. Die Sanierungsausführung erforderte höchste Flexibilität. Damit die Laderampen im Wechsel genutzt werden konnten, gehörte in der Phase der Bauzeit die Organisation der situationsabhängig zu taktenden Bauabschnitte zu den zentralen Aufgaben unseres Bauingenieurs und Sachkundigen Planers.